Mädchen vorm PC
Quelle: pixabay.com
16.04.

Hintergründe

Flyer gibt Tipps zu gesundem Umgang mit digitalen Medien

Kinder wachsen selbstverständlich mit neuen Medien auf, oft jedoch ohne klare Vorgaben der Eltern, ohne Medienkompetenz und Möglichkeit der Selbstreflektion. Der neue Flyer „Pädiatrische Empfehlungen für Eltern zum achtsamen Bildschirmmediengebrauch“, soll Eltern mit 24 Empfehlungen Orientierung geben. Der Clou: er wird von Kinder- und Jugendärzten mittels gelben Vorsorgeheft (U-Untersuchung) verteilt und erreicht zukünftig (hoffentlich) alle Familien. 

 

Kinder und Jugendliche benutzen Medien ganz selbstverständlich zu ihrer Unterhaltung, zum Spielen und um zu kommunizieren. Neben den Chancen neuer Medien sehen Kinder- und Jugendärzte die Schattenseiten einer frühen Mediennutzung: Spielen mit realen Dingen, Sprechen, Lesen, Künstlerisches, Bewegung im Freien, Schlafen und Schule werden häufig vernachlässigt. Die für die Förderung von Kreativität wichtige Langeweile und Ruhe kommen oft zu kurz. Zudem bedeutet technische Versiertheit noch lange nicht Medienkompetenz. Wie man mit den eigenen Daten und denen anderer, mit Cybermobbing oder auch der Informationsflut im Netz umgeht, wissen Kinder und Jugendliche meist nicht.

 

Daher die neue Empfehlung der Kinder- und Jugendärzte an Eltern, Großeltern und andere Bezugspersonen, die Mediennutzung der ihnen anvertrauten Kinder zu begleiten. Vor allem ist es wichtig, den Konsum von Bildschirmmedien (PC, Tablet, Spielekonsolen, Handy etc.) zeitlich zu begrenzen und Kindern zu zeigen, welche Freude es macht, mit allen Sinnen die reale Welt und das reale Miteinander mit Freunden zu erleben. Verankert in der Wirklichkeit können Kinder und Jugendliche später auch mit Medienwelten selbstbestimmter umgehen. Es geht daher nicht um ein Verbot, sondern um den gesunden Umgang mit digitalen Medien.

 

Die folgenden Empfehlungen können als Orientierung dienen, dabei sind nicht alle Empfehlungen gleichermaßen für jedes Alter gedacht. Die Forschung belegt, wie sich kindliche Bildschirmmediennutzung ab welchem Alter auswirkt. Dennoch ist eine allgemein festlegende Empfehlung immer willkürlich und unter wird unter internationalen Experten kontrovers diskutiert.

 

Fazit: In punkto Medienerziehung wird Eltern geraten, ihre Kinder altersgerecht in ihren Medienwelten hinein (und hinaus) zu begleiten, sich über Inhalt und Ausmaß der Mediennutzung ihrer Kinder zu informieren, mit ihnen darüber im Gespräch zu bleiben und den Gebrauch zu steuern. Und das von Anfang an.

 

Die fünf wichtigsten Empfehlungen:

  1. Machen Sie sich bewusst: Sie sind Vorbild für Ihr Kind, es wird Sie nachahmen
  2. Nutzen Sie Bildschirmmedien nicht zur Belohnung, Bestrafung oder Beruhigun
  3. Wählen Sie ruhige, altersgerechte Fernsehsendungen ohne Gewalt aus; überlassen Sie die Fernbedienung nicht Ihren Kindern
  4. Stellen Sie klare Regeln auf und begrenzen Sie die Bildschirmmediennutzungszeiten
  5. Wenn Ihr Kind das reale Leben vernachlässigt: Suchen Sie professionelle Hilfe.

 

Link zum Flyer: Pädiatrische Empfehlungen für Eltern zum achtsamen Bildschirmmediengebrauch (pdf-Datei)

 

Der Flyer wurde auf Initiative der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler entwickelt, beteiligt waren unter anderem die Deutsche Akademie der Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

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