Quelle: pixabay.de
13.05.

Hintergründe

Sinus-Studie 2016: Jugendliche sind digital gesättigt

Jugendliche „gehen“ nicht online, sie sind es – und zwar (fast) immer. Die Sinus-Studie 2016 spricht von einer „digitalen Sättigung“. Mehr Digitalisierung können sich die 14- bis 17-Jährigen kaum vorstellen. Weniger jedoch auch nicht, denn die Nutzung von Netzwerken und Messergern ist für sie obligatorisch.


Aus Perspektive der Jugendlichen ist der Höhepunkt der digitalen Durchdringung des persönlichen Alltags erreicht. Die bislang als jugendtypisch eingeordnete, bedingungslose Faszination ist weg. Jugendliche kennen die Risiken (Stichworte: Big Data, Datenklau) und möchten daher die digitalen Medien nicht nur nutzen, sondern auch verstehen. Deshalb wünschen sie sich von der Schule weniger gefahren-zentrierten Unterricht und mehr Hilfestellungen, wie sie sich sicher und trotzdem frei im Netz bewegen können.

 
Digitale Kompetenzen sind in den Lebenswelten Jugendlicher immer noch unterschiedlich vorhanden. Doch gerade sie sind zunehmend relevant für soziale Teilhabe und berufliche Zukunft. Der richtige Umgang mit digitalen Medien wird vor allem in den bildungsnahen Lebenswelten als anspruchsvolle Aufgabe gesehen, in den Interviews werden zum ersten Mal Wünsche nach Entschleunigung geäußert.

 
Konflikte mit Eltern gibt es in puncto Mediennutzung kaum mehr, denn auch die hängen dauernd vor dem Smartphone oder Tablet. Jedoch leiden die Offline-Kontakte unter der massiven Smartphone-Nutzung und das beklagen die Jugendlichen. Zudem haben sich neue Benimmregeln herausgebildet, z. B. gilt es als aufdringlich, einfach mal anzurufen. Jugendliche bevorzugen schriftliche Nachrichten – zumindest, um einen Anruf anzukündigen.

 
Mehr Hilfestellung wüschen sich Jugendliche beim Thema Datenschutz. Sie sehen hier zum einen den Staat in der Pflicht, würden aber zum anderen gerne mehr in der Schule darüber lernen. Fakt ist, dass sie glauben, dass ihre Lehrer nicht die Kompetenzen dafür haben.

 
Das Sinus-Institut hat für die vorliegende Studie 72 Tiefeninterviews mit Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren geführt. Repräsentativ sind die Ergebnisse nicht. Da die Befragten anhand ihrer Zugehörigkeit zu zuvor definierten Milieus ausgewählt wurden, sprechen sie aber durchaus für ihre Generation. Mehr zur Studie unter www.wie-ticken-jugendliche.de.

 
Text: Schau-Hin was dein Kind mit Medien macht.

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