WhatsApp
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Hintergründe

Wie sicher ist WhatsApp?

WhatsApp – die App, die fast jede/r kennt und auf dem eigenen Smartphone täglich bedient. Doch wie sicher ist der Kurzmitteilungsdienst wirklich? Abdullah Abusneineh hat während seines Praktikums für euch recherchiert und gibt euch in seinem Artikel einen kurzen Überblick.

 

 

WhatsApp ist ein Messenger-Dienst mit dem Nachrichten, Bildern, Videos und Tonaufnahmen verschickt werden können. Zudem sind Gruppenchats möglich, in denen sich mehrere Nutzer zur gleichen Zeit austauschen können. Die App ist für nahezu alle Smartphone-Betriebssysteme verfügbar, ob iOS, Android, Windows oder Blackberry. Mit rund einer Milliarde Nutzer weltweit (die mindestens einmal im Monat aktiv sind) und bis zu 31 Millionen Nutzern allein in Deutschland hat es sich zum erfolgreichsten Kurzmitteilungsdienst etabliert. Aktuell (Stand: 2. Feb. 2016, Quelle: heise.de) werden über WhatsApp 42 Milliarden Nachrichten pro Tag übermittelt. Außerdem verschicken die Nutzer täglich 1,6 Milliarden Fotos und 250 Millionen Videos.

 
Anfang 2014 ließ WhatsApp sogar das bislang beliebteste soziale Netzwerk „Facebook“ hinter sich. Mark Zuckerberg gab dann auch im Juni 2014 bekannt, dass Facebook Inc. nun WhatsApp Inc. für 19 Milliarden US-Dollar gekauft und WhatsApp Mitgründer Jan Koum zu Facebook Inc. gewechselt hat. Facebook stand in der Vergangenheit aufgrund mangelhaften Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen in der Kritik.

 
Doch wie sicher ist WhatsApp wirklich? WhatsApp wird von Datenschützern aufgrund von Sicherheitsmängeln kritisiert. Der Datenverkehr zwischen Mobiltelefon und Server wird nicht verschlüsselt übermittelt.* (s. Kommentar/Anm. d. Red.) Dadurch erhöht sich das Risiko, dass versendete Nachrichten über ein öffentliches W-Lan von Dritten eingesehen und Nutzerkonten gehackt werden können.

 
Zudem hat WhatsApp Zugriff auf das gesamte Adressbuch des Nutzers, diese Daten werden an amerikanische Server weitergeleitet. Die Daten der Nutzer können von potentiellen Angreifern geklaut und zu betrügerischen Absichten verwendet werden. Wer WhatsApp nutzen möchte, sollte wissen, das WhatsApp nur mit Erlaubnis zum Zugriff auf das Adressbuch funktioniert. Dadurch ist WhatsApp in der Lage, im Adressbuch, Nutzer zu identifizieren, die ebenfalls WhatsApp benutzen. Die Identifikation läuft automatisch ab. Außer auf das Adressbuch hat WhatsApp Zugriff auf den Kalender, Bilder, Videos sowie SMS-Nachrichten.

 
Weiterhin wird WhatsApp kritisiert, sich nicht an den Jugendschutz zu halten. Laut Nutzerbedingungen ist WhatsApp ausschließlich für Nutzer ab 16 Jahren verfügbar. Jedoch kann in nicht kontrolliert werden, wie alt die Nutzer wirklich sind, da das Alter nicht abgefragt wird. Die Altersbeschränkung für die Nutzung soll sich jedoch demnächst ändern. Die europäische Union plant die Datenschutz-Grundverordnung von 1995 zu reformieren. Demnach können Kinder und Jugendliche WhatsApp oder auch Facebook ab 13 Jahren nur mit der Erlaubnis der Eltern nutzen und ab 16 Jahren schließlich uneingeschränkt. Allerdings soll die Gesetzesänderung erst 2018 in Kraft treten.

 

Artikel verfasst von Abdullah Abusneineh.

 
Weitere Artikel zum Thema Datenschutz bei mobilen Messengern und alternativen Apps gibt`s beim medienpädagogischen PraxisBlog:

 
Teil 1 – Grundlagen einer sicheren Kommunikation
Teil 2 – Warum Threema keine sichere Alternative zu WhatsApp ist

 

Bildnachweis: LoboStudioHamburg (Creative Common CCO, Public Domain), pixabay.de

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