Welche offenen Daten stellen Kommunen zur Verfügung?

Die Zahl der Kommunen, die ihre Daten als Open Data veröffentlichen, wächst – langsam aber stetig. Besonders in Nordrhein-Westfalen finden sich mit Städten wie Bonn, Köln und Moers Kommunen, die sich als Pionierkommunen im Bereich Open Data engagiert haben. Eine flächendeckende Verfügbarkeit offener Daten auf kommunaler Ebene ist jedoch noch in weiter Ferne. Von den über 11.000 Kommunen in Deutschland veröffentlichen erst rund 70 Kommunen offene Daten.

Die Bereitstellung von offenen Daten durch die öffentliche Verwaltung bietet zahlreiche Vorteile. Sie erzeugt mehr Transparenz nach außen und setzt vor allem auch innerhalb der Verwaltung einen Prozess in Gang, um interne Datensilos aufzubrechen und den Austausch über Fachbereiche hinweg zu fördern. Offene Daten sind ein wesentlicher Bestandteil für eine moderne und offene Form des Regierungshandelns (Open Government). Die Erhebung der Daten geschieht im Auftrag der Bürgerinnen und Bürger, letztlich für die Bürgerinnen und Bürger und mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger. Im Sinne von Open Government gibt es daher kaum überzeugende Gründe, nicht-personenbezogene Daten unter Verschluss zu halten.

Offene Daten können auch einen wirtschaftlichen Mehrwert erzeugen. Auf kommunaler Ebene steht einem solchen Nutzen aber zumeist noch die geringe Verfügbarkeit entgegen, die es Unternehmen nicht erlaubt, auf dieser Basis Geschäftsmodelle aufzubauen. Ein gesellschaftlicher Mehrwert wird durch offene Daten hingegegen an vielen Orten bereits realisiert. Insbesondere in den „OK Labs“ der Open Knowledge Foundation entstehen immer wieder neue Anwendungen, die den Bürger*innen zu Gute kommen. Eine flächendeckende Verfügbarkeit offener Daten könnte dieses positive Potenzial weiter erhöhen.

Open Data Musterdatenkatalog als Orientierungshilfe

Welche Daten werden von Kommunen als Open Data veröffentlicht? Darüber herrscht kaum Klarheit. Deshalb könnte eine gute Übersicht den Kommunen einen Anhaltspunkt geben, welche Daten sie noch als Open Data veröffentlichen könnten. Vor allem gibt ein solcher Musterdatenkatalog jenen Kommunen, die mit der Veröffentlichung offener Daten beginnen wollen, Orientierung. Sie können mit dem Katalog schnell in Erfahrung bringen, welche Daten von anderen Kommunen als Open Data veröffentlicht werden. Auf diese Weise kann ein Musterdatenkatalog auch Initialzündung für die Öffnung von kommunalen Daten sein.

Das Projekt Smart Country der Bertelsmann Stiftung hat gemeinsam mit GovData, dem Datenportal für offene Daten in Deutschland, die Idee des Musterdatenkatalogs entwickelt. Der Musterdatenkatalog wurde vom KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung (Wien) erstellt und baut auf Erfahrungen mit einem Musterdatenkatalog für ausgewählte österreichische Städte auf.

Die Stadt Bonn hat sich für die Entwicklung eines  Musterdatenkataloges eingesetzt und zusammen mit den Städten , Düsseldorf, Köln und Moers sowie dem IT-Dienstleister kdvz Rhein-Erft-Rur die Entwicklung eines ersten Musterdatenkataloges für Nordrhein-Westfalen mit erarbeitet. Die Ergebnisse helfen in einem folgenden Schritt dabei, den Muster-Datenkatalog auf Kommunen in ganz Deutschland zu erweitern. Er wird ein Bild darüber vermitteln, welche Kommunen in Deutschland welche Daten als Open Data veröffentlichen.

Wo und unter welcher Lizenz ist der Musterdatenkatalog verfügbar?

Der Musterdatenkatalog für Nordrhein-Westfalen wurde am 9. Mai 2019 veröffentlicht und ist als xls- und csv-Download verfügbar.

Weitere Informationen und Download: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/smart-country/projektnachrichten/musterdatenkatalog-welche-offenen-daten-stellen-kommunen-zur-verfuegung/

Bild und Text in Kooperation und mit freundlicher Unterstützung der Bertelsmann Stiftung und Govdata.

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