5 Fragen an
29.06.

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5 Fragen an Meike Wiggers, sk stiftung jugend und medien, Standort Bonn

Sie behält Durchblick bei der Vielfalt an Medienberufen und ist beruflich wie privat mit dem Smartphone medialen Entwicklungen auf der Spur. Meike Wiggers ist Bildungsreferentin bei der sk stiftung jugend und medien am Standort Bonn und hat sich Zeit für unsere Reihe „5 Fragen an“ genommen – einen ganz lieben Dank für deine Antworten!

 

1. Was ist dein aktuelles Lieblingsmedium?
Ganz eindeutig das Smartphone. Auf meinem täglichen, längeren Weg zur Arbeit ist es mein Notizbuch, meine Zeitung und mein Radio. Darüber hinaus hilft es mir, mich zu organisieren oder zum Beispiel viel stetigeren Kontakt zu Freunden im Ausland zu halten, als das noch früher möglich war. Ganz zu schweigen von kreativen Möglichkeiten wie Kamerafunktionen, die einfach Spaß machen. Trotzdem bin ich – auch mit mir – streng: Es muss auch „Off-Zeiten“ geben. Beim Essen oder beim Gespräch mit Freunden ist das Handy beispielsweise tabu.

 
2. Warum sollen sich Kinder und Jugendliche deiner Meinung nach aktiv mit Medien beschäftigen, Stichwort: Medienkompetenz?
Medien sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen schon lange nicht mehr wegzudenken, sie werden – zumindest rezeptiv – ständig genutzt. In unserer Stiftung regen wir allerdings einen kreativeren, aktiveren und auch bewussteren Umgang mit Medien an. Wer sich beispielsweise bei uns mit digitaler Bildbearbeitung beschäftigt, lernt ganz nebenbei, wie Bildmanipulation funktioniert und wird in Zukunft die durch Fotos dargestellte, vermeintliche „Wahrheit“ stärker hinterfragen.

 

3. Der Berufswunsch von Jugendlichen klingt oft pauschal: „Irgendwas mit Medien.“ Warum boomen Medienberufe?
Wie bereits gesagt: Medien sind allgegenwärtig im Alltag der Jugendlichen. Darüber hinaus haben sich in der KölnBonner Region eine Vielzahl an Sendern, Agenturen und anderen Medienunternehmen niedergelassen. Dass „irgendwas mit Medien zu machen“ ein häufig geäußertes Berufsziel ist, verwundert also kaum. Wir bemerken aber auch eine Veränderung: Während das Image von Medienberufen noch vor zehn Jahren durchweg cool und hip war, wird die jetzige Generation vorsichtiger. Offenbar hat sich herumgesprochen, dass viele dieser Berufe einer gewissen Sicherheit entbehren (man ist zum Beispiel gezwungen, als Freelancer projekteweise zu arbeiten) und eher wenige Medienschaffende wirklich gut verdienen. In unserer Reihe „Jobtester – Einblick in Medienberufe“ spiegelt sich das wider: Während in den Workshops früher besonders viele der kreativen Berufe ausprobiert wurden, interessieren sich inzwischen mehr Jugendliche für diejenigen Sparten, die eine vermeintlich sicherere Zukunft bieten, wie zum Beispiel Informatik oder kaufmännische Bereiche.

 

4. Was macht dir an deiner Arbeit am allermeisten Spaß?
Zum einen die Vielfalt meiner Tätigkeiten. Ich mache bei uns Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das macht mir großen Spaß, denn ich „bewerbe“ Angebote, mit denen ich mich völlig identifizieren kann. Darüber hinaus bin ich hauptverantwortlich für die Workshop-Reihe „Jobtester – Einblick in Medienberufe“. So bleibe ich auch praktisch in meinem Beruf der Medienpädagogin, denn hier kümmere ich mich um alles: Vom Konzept über die Ausschreibungstexte bis hin zur Dozentensuche. Der andere, sehr wesentliche Punkt ist, dass sich unsere Angebote stetig weiterentwickeln müssen, weil es unser Ziel ist, gesellschaftliche und mediale Entwicklungen aufzugreifen. Hier mitzuhalten ist für unser Team eine Herausforderung – für mich aber auch das einzig Wahre im Beruf. Ein routinierter Job, dessen Inhalte und Tätigkeiten sich über Jahre kaum verändern, wäre nichts für mich.

 

5. Die sk stiftung jugend und medien wird 40 Jahre alt. In der Medienwelt hat sich in dieser Zeit einiges getan. Wie sah die Arbeit der Stiftung „früher“ aus? bzw. Was hat sich in der Stiftungsarbeit verändert?
Zu Beginn der Stiftungsgeschichte gab es das so genannte „Computermobil“, ein ehemaliger Schulbus, der mit Rechnern ausgestattet war. Dieses gastierte vor allem auch in Stadtteilen mit sozial schwächer gestellten Familien, die sich die Anschaffung teurer Technik nicht leisten konnten, und so ging es hier ganz elementar um die Bereitstellung von Computern. Im Laufe der Zeit hat sich die Stiftungsarbeit an die gewachsene Vielfalt der Medien angepasst: Unsere Angebote sind multimedial und schließen demnach Film, Foto, Audio und mobile Medien mit ein. Dabei lernen unsere Teilnehmer auch nicht mehr nur reine Nutzungsmöglichkeiten von Medien kennen, sondern werden zunehmend zu Produzenten: Sie erschaffen zum Beispiel virtuelle 3D-Welten, programmieren eigene Spiele oder machen ihre eigenen Radiosendungen.

 

Meike Wiggers

© Meike Wiggers

 

Meike Wiggers
Bildungsreferentin // Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
sk stiftung jugend und medien, Standort Bonn

 
www.sk-jugend.de
www.facebook.com/skjugend
www.youtube.com/skjugendundmedien

 

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