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9.06.

Hintergründe

Cyber-Mobbing: ein Thema was auch DICH angeht.

Jeder sechste Jugendliche in Deutschland (laut JIM-Studie 2014 bereits 17% der zwischen 12-19jährigen) hat schon einmal persönlich Erfahrung mit Cyber-Mobbing gemacht. Ob in der Schule, im Internet oder auf dem Smartphone: Mobbing geschieht in den unterschiedlichsten Situationen und gegenwärtig meist online und mobil unterwegs.

 

Fakt ist: Hinter Cyber-Mobbing verbirgt sich das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mithilfe moderner Medien über einen längeren Zeitraum hinweg. Zum Beispiel werden über Handykameras peinliche Fotos und Videos aufgenommen und über WhatsApp, Threema oder Snapchat verschickt. Auf Facebook, YouTube, Twitter und Instagram werden private oder gefälschte Fotos und Videos gepostet. Diese werden gelikt, gehässig kommentiert und schnell weiter verbreitet. Oft werden Hassgruppen gegründet, um jemanden gemeinsam fertig zu machen. Diese Art der Beleidigung bzw. Bedrohung bleibt häufig in den Gruppenchats verborgen und ist für Außenstehende nicht einsehbar. Cyber-Mobbing hat jedoch noch weitere Facetten mit den Namen: Happy Slapping, Snuff, Cyber-Stalking, Sexting und Sexortion.

 

 

Happy Slapping Beim Happy Slapping (unpassend mit „fröhlichem Schlagen“ übersetzt) kommt es zu realen Prügeleien oder gewalttätigen Übergriffen, oft einzig alleine aus dem Grund, die Tat mit dem Handy zu filmen. Die Videos werden anschließend ins Internet gestellt oder per Handy an Freunde weitergeleitet. Für das Opfer ist die mediale Verbreitung eine zusätzliche Demütigung. Neben der Verletzung von Persönlichkeitsrechten „dem Recht am eigenen Bild“ kann der Handyfilmer vor allem auch wegen der Verbreitung von gewaltverherrlichenden Fotos oder Videos mit Geld- oder gar Freiheitsstrafe bestraft werden.

 

 

Snuff Snuff-Videos sind im Vergleich zu Happy Slapping-Videos noch einmal deutlich heftiger: „to snuff out“ heißt übersetzt „jemanden auslöschen“. Die Filme stammen zum Teil aus Kriegsgebieten und werden im weltweiten Netz verteilt. Es wird gezeigt, wie Menschen z.B. durch Folter oder Hinrichtungen getötet werden. Die Verbreitung dieser Filme ist gesetzlich verboten und wird mit Geld- oder Gefängnisstrafe bestraft. Kinder und Jugendliche laufen durch den Konsum solcher Videos Gefahr, verstört, seelisch verletzt oder geängstigt zu werden. Dabei müssen Videos nicht zwingend den Weg auf das eigene Handy finden; es reicht aus, wenn diese auf dem Handy eines Freundes / Mitschülers angeschaut werden.

 

 

Cyber-Stalking Hinter Stalking verbirgt sich die mehrfache und über einen längeren Zeitraum andauernde (sexuelle) Belästigung, Verfolgung und das Psychoterrorisieren einer Person. Findet dies ausschließlich im Internet bzw. unter Anwendung von anderen technischen Hilfsmitteln wie Handys statt, spricht man von Cyberstalking. Cyber-Stalker erreichen online schnell, ohne großen Aufwand und weitgehend anonym einen hohen Verbreitungsgrad von beleidigenden, erniedrigenden und terrorisierenden Inhalten. Wenn die Belästigung überhandnimmt und es zur Rufschädigung kommt, kann Strafanzeige gestellt werden. Stalking ist eine Straftat.

 

 

Sexting beschreibt das Versenden von erotischen Fotos oder Videos der eigenen Person mittels Computer oder Smartphone. Erotisches Material können dabei Aufnahmen in Badehose, in Bikini und in Unterwäsche sein, Nacktbilder bestimmter Körperregionen oder Oben-ohne-Aufnahmen. Mittels Sexting wollen Jugendliche sich ausprobieren und gleichzeitig präsentieren, um ihre Identität zu erkunden und das Selbstwertgefühl zu stärken. Doch was andere mit dem intimen Material machen, haben Jugendliche selbst nicht mehr in der Hand. Das Versenden von (eigenen) pornografischen Bildern durch Jugendliche an andere wird juristisch als „Verbreitung jugendpornografischer Schriften gem. § 184c StGB“ angesehen und ist gesetzlich verboten.

 

 

Sextortion ist eine Form von Cyber-Mobbing, bei der Täter das Gefahrenpotenzial beim Sexting ausnutzen. Online-Erpresser überreden andere dazu, sich vor laufender Webcam auszuziehen, während dieser das Material aufzeichnet oder Screenshots macht. Daraufhin fordern sie Geld und drohen damit, das aufgenommene Material zu veröffentlichen. Wenn es zur Erpressung kommt: nicht bezahlen, Beweise sichern, Kontakt abbrechen und Anzeige erstatten.

 

 

Eingreifen statt mitmachen Wer Zeuge von Mobbing jeglicher Art wird, sollte nicht wegschauen oder gar mitmachen, sondern eingreifen. Oft ist es schon hilfreich, Freunde oder Erwachsene über das Geschehene zu informieren. Ist man selbst Opfer von Mobbing, sollte man Beweise sichern, sich Hilfe holen und auf weitere Kontaktversuche nicht reagieren.

 

 

Weitere Informationen und Tipps im Umgang mit Mobbing, Erklär-Videos und weitere Hilfestellungen sind auf folgenden Webseiten zu finden:

 

www.handysektor.de

 

www.klicksafe.de

 

http://www.kennst-du-sexting.de

 

 

Bildnachweis: Jedidja (Creative Common CCO, Public Domain), pixabay.com

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