Dein Nimm!
Quelle: deine.inklusive-medienarbeit.de
28.04.

Projekte

„Dein Nimm!“ – Inklusive Medienarbeit

Inklusion in der Medienarbeit bedeutet, dass etwa Einrichtungen, Webseiten oder Projekte so gestaltet sind, dass jeder (egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung) sie nutzen oder teilnehmen kann. Ein Radiobeitrag oder einen Kurzfilm machen kann im Prinzip jeder – und viele wissen oft gar nicht, welche unterstützenden Tools sich zum Beispiel in unseren Smartphones verbergen.

 

Die Webseite „Dein Nimm!“ macht vor allem darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, nicht nur öffentliche Plätze barrierefrei zu machen, sondern auch darauf im Internet zu achten. Unter der Rubrik „Mach’s barrierefrei“  gibt es hilfreiche Tipps, wie man mediale Inhalte beeinträchtigten Menschen zugänglich machen kann: Wenn zum Beispiel Filme Untertitel haben, können Schwerhörige und Gehörlose das Gesprochene mitlesen. Mit einem Extra-Text in einfacher Sprache versteht jeder worum es geht.  „Dein Nimm!“ bietet dazu praktische Anregungen, wie man diese Tipps tatsächlich umsetzen kann. Klar, ist das erst mal mehr Arbeit. Aber es ist auch spannend, den eigenen (Medien-) Horizont zu erweitern.

 

„Dein Nimm!“ ist ein Modellprojekt zur Umsetzung einer inklusiven Medienpädagogik in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehört unter anderem das Netzwerk „Nimm! 3.0“. Dieses Netzwerk entwickelt inklusive Projekte und unterstützt pädagogische Fachkräfte bei der Umsetzung ihrer eigenen Projektideen. Im Zuge dessen bietet das Netzwerk kostenlos sogenannte Praxis-Coachings für „Einsteiger“ an. Dieses Angebot richtet sich speziell an Einrichtungen, die bisher noch keine bzw. wenig Erfahrung mit inklusiver Medienarbeit gemacht haben. Bei der Umsetzung des Projekts selbst steht ein erfahrener Coach stets zur Seite. Der Blog des Netzwerks bietet zudem die Möglichkeit, eigene Projekte vorzustellen. Die Projekte der drei neusten Inklusions-Scouts wollen wir Ihnen kurz vorstellen:

 

Stop-Motion für hörbeeinträchtigte SchülerInnen
Die Studentin Anne L. Bornkessel  initiierte ein Projekt mit einem Jungen und drei Mädchen im Alter von sieben bis neun Jahren an einer Kölner Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation. Für jedes Kind wurde ein Video über eine persönliche Stärke aufgenommen. Am Ende konnte ein ca. zehnminütiger Film mit dem Motto „Wir können das!“ präsentiert werden.

 

Aktive Radioarbeit mit Kindern mit und ohne eine eigene Lautsprache
Annette Pola erarbeitete an einer Föderschule in Dortmund,  mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, ein Radioprojekt, das fester Bestandteil des Schulalltags ist. Das Angebot richtet sich an 8– 0 SchülerInnen zwischen 11 und 14 Jahren mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf. So konnten die SchülerInnen, die beispielsweise einen Talker (nicht-elektronisches und/oder elektronisches Ausgabegerät) zur unterstützenden Kommunikation nutzten, erleben, dass dieser kein Hindernis bei einer Medienproduktion darstellt. Die Beiträge werden beim Bürgerfunk des lokalen Radiosenders in Dortmund ausgestrahlt.

 
Aktive Filmbildung mit SchülerInnen mit und ohne Förderbedarf
Simone Adams-Weggen drehte mit 10 SchülerInnen einer fünften Klasse einen Film über Schloss Warenholz. Die SchülerInnen hatten teilweise sonderpädagogischem Förderbedarf aus den Bereichen emotionale und soziale Entwicklung und Lernen sowie mit Teilleistungsstörungen (LRS, Dyskalkulie) und Kindern mit den Diagnosen AD(H)S und/oder Autismus sowie Schulverweigerern. Bei der vorbereitenden Arbeit war es wichtig, textlastige Arbeitsblätter durch praktische und bewegungsreiche Übungen zu ersetzen.

 

 

Weitere Infos über „Dein Nimm!“ finden Sie hier.

 

Infos zu „Nimm 3.0 – Netzwerk Inklusion mit Medien“ finden Sie dort.

 

 

Autorin: Lea Bindl

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