Medienzentrum und Amt für Kinder, Jugend und Familie (Fotos: Carolin Kramer)
14.08.

Persönliches

Wir machen was mit Medien

„Und was macht man da so, als Medienpädagoge?“ Antwort: „Von über bis hin zu.“ Die Frage ist nicht so einfach in einem Satz zu beantworten und von daher ganz und gar nicht unberechtigt. Um es auf einen Satz herunterzubrechen, könnte man sagen: „Verschiedenen Zielgruppen Medienkompetenz vermitteln.“ Aber auch das klingt erst mal ziemlich vage. Damit es konkreter wird: Hier, was wir genau machen und wie es an unseren Arbeitsplätzen aussieht.
 
 
Mit „von über bis hin zu“ geht es schon los, wenn wir beschreiben, für wen wir Medienpädagogik machen. Unsere Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche. Je nach Alter, Bildungsstand oder Herkunft hat man es aber eigentlich mit mehreren Zielgruppen zu tun. Wir machen mit Kindern und Jugendlichen praktische Medienprojekte, ganz unterschiedlich in Art und Umfang. Mal geht es darum, selbst eine Scripted Reality-Sendung zu drehen oder es werden Trickfilme selbst gestaltet. Alles ist möglich – immer mit Blick darauf, was den Kindern und Jugendlichen gerade Spaß macht und ihnen kreativ und spielerisch Wissen über Medien vermittelt.
 
Dabei arbeiten wir eng zusammen, gucken aber auch aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Zielgruppe. Das Medienzentrum gehört zum Schulamt, Sabine legt ihren Fokus also auf die Medienkompetenzvermittlung im schulischen Kontext. Sie bildet unter anderem gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Bonner Schülerinnen und Schüler zu Medienscouts aus oder erarbeitet mit Schulen Medienkonzepte. Beim Jugendschutz im Amt für Kinder, Jugend und Familie schauen wir mit der außerschulischen Brille auf die Medienpädagogik. Unser Schwerpunkt liegt im Bereich der Jugendarbeit, das heißt wir sind in Jugendeinrichtungen wie Jugendzentren oder -treffs unterwegs. Selbstverständlich gibt es da viele Überschneidungspunkte. Sabine engagiert sich beispielsweise schon seit längerem für die Initiative Medienpass NRW, in die auch wir vom Jugendschutz jetzt stärker einsteigen wollen. Bei dem Projekt der Landesregierung geht es unter anderem auch darum, die Vernetzung zwischen Schule und außerschulischen Angeboten zu stärken, denn in der Jugendarbeit findet bereits jede Menge Medienarbeit statt, die auch im schulischen Kontext genutzt werden kann.
 
Um Kinder und Jugendliche fit im Umgang mit Medien zu machen, müssen vor allem auch ihre erwachsenen Bezugspersonen Bescheid wissen, was gerade Thema ist in Sachen Medien. Deshalb bieten wir immer wieder Infoveranstaltungen oder Fortbildungen zu aktuellen Entwicklungen und Gefahrenbereichen an. Wichtige Themenkomplexe sind im Moment beispielsweise Cybermobbing, Datenschutz oder die mobile Internetnutzung. Ob wir uns mit unseren Angeboten an Eltern, Lehrer, Sozialarbeiter oder Erzieher wenden: Immer geht es auch darum, die eigene Mediennutzung zu reflektieren und eventuelle Vorurteile gegenüber neuen Medien abzubauen.
 
Ein großer Anteil unserer Arbeit besteht auch im Vernetzen. In Bonn gibt es eine ganze Reihe an medienpädagogisch tätigen Institutionen, deren Kollegen wir in unserer Reihe »5 Fragen an« gerne nach und nach auf diesem Blog vorstellen möchten. Oft tun wir uns für Angebote – seien es Medienprojekte, aber auch Veranstaltungen – zusammen, jeder bringt eben noch mal ein anderes Detailwissen mit. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist darüber hinaus, sich immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Wir sind oft unterwegs auf Fachveranstaltungen und Tagungen, um neue Entwicklungen und Studienergebnisse zu erfahren und um uns auszutauschen, was andere Städte im Bereich Medienpädagogik machen.
 
So sehr sich Sabines und mein Aufgabengebiet überschneiden, so sehr unterscheiden sich unsere Arbeitsplätze. Sabines Wirkungsstätte liegt mitten in der Stadt: In der Riesstraße 9 finden Sie das Medienzentrum Bonn – passenderweise im Gebäude einer ehemaligen Schule, die auch jetzt noch einen Offenen Ganztag beherbergt. Bei Sabine kann man wirklich sehen, was sie macht. Im Erdgeschoss liegt der Medienverleih, in dem sich Bonner Bildungseinrichtungen mit verschiedensten Medien versorgen können. Außerdem hat das Medienzentrum zwei PC-Schulungsräume, die man auch für eigene Veranstaltungen mieten kann. Hier ein kleiner Eindruck von Sabines Arbeitsplatz.
 

Fotos: Carolin Kramer

Fotos: Carolin Kramer

Im Amt für Kinder, Jugend und Familie in Beuel sieht es ganz anders aus. Auf den ersten Blick eher nüchtern und „amtig“ ragt das Hochhaus an der Sankt Augustiner Straße 86 in die Höhe. Auch wenn es von außen nicht unbedingt einen Schönheitspreis gewinnt, punktet es von drinnen mit der Aussicht. Wenn man wie ich im 11. Stock sitzt, kann man zwischendurch wunderbar den Blick in die Ferne schweifen lassen. Hier der Eindruck von meinem Arbeitsplatz.
 

Fotos: Carolin Kramer

Fotos: Carolin Kramer


 
Uns wird übrigens oft die Frage gestellt, wie man überhaupt Medienpädagoge wird. Auch hier erst mal wieder eine sehr konkrete Antwort: „Unterschiedlich.“ 😉 Es gibt mehrere Möglichkeiten und ganz verschiedene Wege, auf die wir in einem der nächsten Blog-Posts genauer eingehen möchten.

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